Markenf├╝hrung 4.0

Geschwindigkeit, Vernetzung, Verbreitung

Paradigmenwechsel oder nur business as usual.

Die Welt und unser Umfeld ändert sich so schnell und ist so vernetzt wie nie zuvor, dass der Markenführung eine existentielle Bedeutung für Unternehmen, Institutionen, Produkte und Persönlichkeiten zukommt. Die Digitalisierung prägt radikal den Wandel unserer Gesellschaft, weltweit und jenseits aller kulturellen und religiösen Grenzen.

Die stringente Markenführung ist ohne die digitale Form des Miteinanders also nicht vorstellbar.
Nur klar positionierte, starke Marken ragen aus dem Mittelmaß heraus und übernehmen die Führungsrolle, faszinieren und begeistern. Sie sind weder verwechselbar, noch austauschbar, und bieten den Menschen Orientierung. Die über die Marke erlebbaren Emotionen und Werte bauen Beziehungen auf, die von langfristigem Vertrauen geprägt sind. Erst auf dieser Basis werden rationale Entscheidung getroffen, digital und analog. „Interessiert mich nicht, will ich nicht, brauch ich nicht!“ – diese Haltung konnte und wollte sich mancher gestern noch leisten. Heute schafft die digitale Welt die Einbeziehung großer Gruppen in kürzester Zeit, und ist fester Bestandteil jeder Markenführung und bedarf der intensiven Auseinandersetzung mit diesem Thema und einer engen Abstimmung mit jedem Bereich eines Unternehmens. Denn Markenführung ist Unternehmensführung.

Die Geschwindigkeit, die Vernetzung und die Verbreitung der „Hype Cycles“ lassen die Welt „bd“ (before digital) langsam und behäbig erscheinen.
"Digital" macht es notwendig dass alle am Markenführungsprozess Beteiligten, zu einem einheitlichen Verständnis der Marke im Umgang mit "digitalen Medien", und dessen Auswirkungen gelangen. Nicht nur in Konzernen, sondern auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Aus der „one way“-Kommunikation in der Markenführung ist ein selbstlernender „Hochgeschwindigkeitskommunikationshighway“ – mit nur scheinbar nicht vorhandenen oder nicht bekannten Regeln - geworden.

Die Entscheidung nicht reagieren zu wollen, wird den Verantwortlichen von den digital natives, der digital community, abgenommen – von außen, gewollt oder ungewollt spielt dabei keine Rolle.
Die Frage ist also, agiere ich oder agieren die Anderen und hinterlassen Spuren, Meinungen und Reaktionen in Wort und Bild im elektronischen Netz – in einer Matrix, die nichts und nie vergisst. Die Herausforderung besteht darin, die Transparenz und Geschwindigkeit der eigenen Reaktion und Aktion so zu gestalten, dass die Führung und Darstellung der Marke stets stringent, zeitnah und zugleich nachhaltig gegeben ist.

Die öffentliche Darstellung und Einflussnahme durch Andere, in einer oft subjektiven Einschätzung und Bewertung, bilden für die Markenführung Chancen und Risiken.
Bei strategischer und gewissenhafter Betrachtung der Chancen der digital world, ergeben sich Möglichkeiten, die weit über das hinaus gehen, was bis vor kurzem nicht vorstellbar war. Die für die Markenführung so wichtige Kommunikation wird durch Social Media in vielen Anwendungsbereichen nicht nur günstiger sondern macht sie auch effektiver.
Herausforderung und Voraussetzung für jede Unternehmensführung ist der systematische Aufbau und das Erkennen von soziometrischen Strukturen in der digitalen Welt.


Benedikt Conin

Dieter Zeibig